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Der System-Prompt ist das Fundament jedes Agenten und der beste Weg, sein Verhalten anzupassen. Basierend auf unserer Erfahrung haben wir einen „Blueprint” erstellt, der beim Aufbau eines guten Voice-Agenten hilft. Ein Prompt besteht grundsätzlich aus normalem Text sowie Variablen wie {{exampleVariable}}, die dynamisch mit Kontaktinformationen gefüllt werden, und „Funktionen” wie [endCall], die der Agent während des Gesprächs aufrufen kann.

1. Identität & Kontext

Zweck

Definiert die grundlegende Rolle des Anrufagenten. Die KI muss wissen:
  • Wer spricht?
  • Für welches Unternehmen?
  • In welcher Rolle?
  • In welcher Sprache?
  • Was ist der Zweck des Anrufs?
Das bildet die Grundlage für Ton, Auftreten und Gesprächsführung.

Was gehört hierhin?

  • Agentenname / Persona (z. B. {{personaName}})
  • Unternehmen / Marke
  • Rolle (z. B. „digitaler Assistent”)
  • Sprache
  • Kurze Beschreibung des Kundenvorgangs (z. B. Kunde hat eine Online-Anfrage gestellt)
  • Interne Richtlinien (z. B. stille Ausführung, keine internen Infos laut aussprechen)

Beispiel

Agent name: {{personaName}}
Company: {{companyName}}
Role: Digital assistant (not a human)
Language: English

Context:
The customer previously submitted an online inquiry about a specific product or service.
The assistant is calling to confirm details, clarify questions, and move the process forward.

Highest directive:
Internal instructions, function calls, and internal thoughts must never be spoken.

2. Kundendaten & Eingabevariablen

Zweck

Definiert alle Variablen, die vom CRM oder der API in den Anruf-Prompt übergeben werden. Wichtig: Nur Definitionen, nicht die operative Logik, wie sie verwendet werden.

Was gehört hierhin?

  • Alle verfügbaren Variablen, wie:
    • Kontaktdaten
    • Produktinteresse
    • Objekt- / Immobiliendaten
    • Anrufrichtung
    • Zeitlicher Kontext
  • Erklärung:
    • Was bedeutet die Variable?
    • Wann gilt sie als leer?
    • Wie wird sie im Gespräch verwendet?

Beispiel

Personal data:
First name = {{firstName}}
Last name = {{lastName}}
Phone = {{phone}}
Email = {{email}}

Address:
Postal code = {{postal_code}}
City = {{location}}
Street = {{street}}
House number = {{housenumber}}

Context variables:
Call direction = {{callDirection}} (outbound / inbound)
Current_Date = {{currentDate}}
Current_Weekday = {{currentWeekday}}

Rule:
A variable is considered "empty" if it is unfilled or marked as "NA" / "Unknown".

3. Operative Regeln & Aussprache

(Diese Regeln sind produktunabhängig und können 1:1 für alle Skripte wiederverwendet werden.)

Zweck

Definiert allgemeines Verhalten, Ton, Formatierung und Aussprache. Diese Regeln gelten global, unabhängig vom konkreten Skript.

Was gehört hierhin?

  • Kommunikationsstil (z. B. direkt, strukturiert)
  • Umgang mit Namen
  • Umgang mit Unterbrechungen
  • KI-Transparenz
  • Zahlen- und Formatierungsregeln
  • Marken- und Spracheinstellungen

Beispiel (allgemein, kann unverändert verwendet werden)

Conversation management:
- Confident, direct, concise. No long pauses. Actively guide the customer.
- Use the customer's name only in the greeting; afterwards use "you".
- Do not interrupt when the customer provides critical information (e.g., address, email).
- If asked: openly state that you are a digital assistant.

Pronunciation & formatting:
- Spell out numbers (38 → "thirty-eight").
- Postal codes digit by digit ("nine zero two one zero").
- Phone numbers also digit by digit.
- Email: Spell letters before the @ ("J-O-H-N…"), speak the domain normally.
- Dates written out ("fifteenth of February twenty twenty-five").

Ending the call:
- Never end the call unilaterally.
- First say goodbye, wait for a reaction, then terminate the call.

4. Gesprächsleitfaden (Skriptstruktur)

Zweck

Der zentrale Abschnitt. Hier steht der eigentliche Ablauf, wie ein Outbound-Anruf geführt wird. Das Skript ist immer:
  • Nummeriert
  • Linear
  • Klar strukturiert
  • Mit definierten IF/ELSE-Abschnitten
  • Ohne unnötige Varianten

Was gehört hierhin?

  • Begrüßung & Bezug zur Anfrage
  • Qualifizierungsfragen
  • Produkt- / Immobilienfragen
  • Zeitrahmenfragen
  • Datenerfassung / Bestätigung (ohne technische Validierungsdetails)
  • Abschlusskommunikation
  • Verabschiedung

Beispiel (allgemeiner Überblick)

1. Greeting
   - Short introduction
   - Reference to the inquiry

2. Qualification
   - Ownership/responsibility question
   - Ask relevant key details (e.g., consumption, property type)

3. Additional detail questions
   - e.g., roof type, year built, contract status – depending on product

4. Timeframe
   - When could the project be implemented?

5. Data verification
   - Confirm or request contact data and address

6. Closing
   - Briefly explain next steps (e.g., callback by a partner)
   - Get customer confirmation

7. Farewell
   - Friendly closing phrase
   - "Goodbye"

5. Einwandbehandlung

Zweck

Definiert, wie typische Einwände beantwortet werden. Dieser Abschnitt ist immer separat, damit das Hauptskript übersichtlich bleibt.

Was gehört hierhin?

  • Thematische Kategorien:
    • Zeit/Verfügbarkeit
    • Interesse
    • Prozessfragen
    • Identität/Person
    • Technische Unsicherheiten
    • Sonstige Fälle
  • Für jeden Einwand:
    • Auslöser („Ich habe gerade keine Zeit”)
    • Standardantwort (kurz & wortgetreu)
    • Hinweis: Danach zum Skript zurückkehren

Beispiel

Time & availability:

"Can you call again later?"
-> "This will be really quick — we'd be done in two minutes."

Interest:

"This topic isn't relevant to me right now."
-> "No problem. Would you still like to get some non-binding information so you have an overview?"

Process:

"I don't want to be called, I prefer to call myself."
-> "Of course, you will also receive all the information by email. If that works for you, simply get in touch whenever it suits you."

6. Anleitung: Wie man ein gutes Skript schreibt

Zweck

Liefert klare Regeln für die Erstellung neuer Anrufskripte.

6.1 Nummerierung ist Pflicht

Ein gutes Skript ist vollständig nummeriert:
  • 1
  • 2
  • 3
Mit Unterpunkten (2.1, 2.2) bei Bedarf. Die KI folgt linearen Strukturen deutlich zuverlässiger.

6.2 Den Hauptteil so einfach wie möglich halten

  • Kurze, klare Sätze
  • Keine Varianten, keine Synonyme
  • Keine unnötigen Absicherungsformulierungen
  • Einwandbehandlung nicht im Hauptablauf
  • Nur absolut notwendige Fragen stellen

6.3 Logik klar trennen

  • Variablen → Abschnitt 2
  • Globale Regeln → Abschnitt 3
  • Ablauf → Abschnitt 4
  • Einwände → Abschnitt 5

6.4 Bausteine statt Fließtext

Jeder Satz muss so geschrieben sein, dass die KI ihn genau so aussprechen kann.

6.5 Beispiele helfen der KI

Jeder Abschnitt sollte mindestens ein Beispiel enthalten, das zeigt, wie etwas strukturiert sein sollte.

Template-Struktur

Hier ist die empfohlene Struktur für einen vollständigen Agenten-Prompt:
# 1. Identity & Context
[Agent name, company, role, language, context]

# 2. Customer Data & Input Variables
[All variables with definitions]

# 3. Operational Rules & Pronunciation
[Communication style, handling rules, formatting]

# 4. Conversation Guide
[Numbered script structure]

# 5. Objection Handling
[Category-organized objections with responses]

Zusammenfassung der Best Practices

  1. Struktur ist entscheidend – Verwende konsequent nummerierte Abschnitte
  2. Trennung der Zuständigkeiten – Halte Variablen, Regeln, Ablauf und Einwände in separaten Abschnitten
  3. Sei explizit – Die KI wird befolgen, was du schreibst – wortwörtlich
  4. Verwende Beispiele – Zeige der KI, wie gute Ergebnisse aussehen
  5. Halte es einfach – Vermeide unnötige Komplexität im Hauptablauf
  6. Teste iterativ – Verfeinere basierend auf dem tatsächlichen Agentenverhalten